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Ginkgo-Wissen

Ginkgo biloba

Heiliger Baum des Ostens

Der Ginkgo, botanisch Ginkgo biloba, ist ein geheimnisvoller Baum. Als einziger noch lebender Vertreter der ausgestorbenen Samenpflanzenart Ginkgoales gilt er als das "älteste lebende Fossil" der Pflanzenwelt. Ginkgos existieren schon über 200 Millionen Jahre. Form und Struktur des Baumes haben sich während dieser langen Zeit wenig verändert.

Ursprünglich stammt der Ginkgo aus Ostasien, seit 1730 kennt man ihn bei uns als Zierbaum. Holländische Seefahrer brachten den Baum damals aus Japan nach Europa. In Asien wird er seiner essbaren Samen wegen angepflanzt oder als Tempelbaum kultiviert. Eine Ginkgopflanze kann über 1000 Jahre alt werden. In Deutschland stehen in Frankfurt am Main und im Schlosspark Harbke in Sachsen-Anhalt Ginkgobäume, die etwa 250 Jahre alt sind. Weitere alte Exemplare sind in Kassel, in Weimar, Heidelberg, Mannheim, Mönchengladbach, München und Dresden zu sehen. Da Ginkgo unempfindlich ist gegen Schadstoffe, ist er heute ein beliebter Straßenbaum in vielen Großstädten.


Wissenswerts

Ginkgo - ein Baum mit vielen Namen

"Ginkgo" kommt vom chinesischen "Yín Xìng", wörtlich "Silberaprikose", und bezieht sich auf die silbrig schimmernden Samen. Als der Name von China nach Japan wanderte, wurde er dort zu "Ginkyō": Gin bedeutet "Silber" und Kyō steht für "Frucht". Der Ginkgobaum hat im Laufe der Jahrhunderte viele Namen erhalten. Sie sind ein Zeichen dafür, wie sehr seine Gestalt die Phantasie der Menschen anregt: Fächerblattbaum, Elefantenohrbaum, Entenfußbaum, Frauenhaarbaum, Goldfruchtbaum, Japanbaum und Tempelbaum sind nur einige seiner vielen Bezeichnungen.

Merkmale des Ginkgo

Junge Ginkgobäume haben meist ein schlankes und senkrechtes Wachstum. Ältere Pflanzen wachsen immer mehr in die Waagerechte und bilden so eine beeindruckende Krone. Je nach Standort gedeiht der Ginkgo bis zu einem Meter im Jahr und erreicht mit 100 Jahren eine Höhe von bis zu 40 Metern. Der Baum hat eine dickschichtige Borke (ähnlich wie Kork), die bei älteren Exemplaren rissig wird.

Charakteristisch sind die fächerförmigen Blätter, die in der Mitte eine Einkerbung aufweisen. Ihre Gestalt verändert sich während der Baum altert. Im Frühjahr ist das Blattwerk hellgrün, wird über den Sommer dunkler und färbt sich im Herbst hell- bis dunkelgelb. Über die Winterzeit wirft der Baum seine Blätter ab.

Es existieren männliche und weibliche Pflanzen. Sie sind bis zur Geschlechtsreife im Alter zwischen 20 und 35 Jahren schwer zu unterscheiden. Die männlichen Blüten zeigen sich länglich und auffälliger als die weiblichen, welche klein und kugelig sind und nach der Befruchtung zu fleischigen Samen mit essbarem Kern ausreifen. Die Samen besitzen einen sehr unangenehmen Geruch, wenn sie zerfallen. Weibliche Bäume sind deshalb in Parkanlagen nicht gerne gesehen. Die Ginkgosamen, oder "Ginkgonüsse" genannt, werden fälschlicherweise oft als Früchte bezeichnet.

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