Konzentration und Gedächtnis kann man trainieren

Verwendung von Ginkgo

Ginkgo als Nahrung und Heilmittel

Als Nahrung und Heilmittel

In Asien bestehen eine Vielzahl von Zuchtreihen des Ginkgobaumes mit verschiedenen Qualitäten als Nahrungspflanze. Genutzt wird der gegarte Kern des Samens und geröstete Kerne dienen auch als Gewürz in der asiatischen Küche.

Die Samen enthalten 37,8 % Kohlenhydrate, 4,3 % Proteine und 1,7 % Fett. Die fleischige gelbe Aussenschicht der weiblichen Zapfen riecht nach Buttersäure; der innen liegende, Samenkern »Ginnan« gilt in China als Delikatesse.

In der Außenschicht enthalten die Früchte stark hautreizend wirkende Säuren und sowie 4'-Methoxypyridoxin, welches je nach Menge zu Vergiftungserscheinungen führen kann.


Wissenswerts

Ginkgo in der Pflanzenheilkunde

Erste Bekanntheit als Heilmittel ist bereits in der Sammlung Shen nung pen Ts'ao king dokumentiert, deren Entstehung zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem 2. Jahrhundert n. Chr. geschätzt wird. Im Jahr 1595 dokumentiert Li Shi Zhen mit dem 52 Bände großen monumentalen Arzneimittelkompendium Ben Cao Gan Mu – Das Buch heilender Kräuter – die Heilkräfte des Ginkgo. Auch im Mittelalter wurden Ginkgoblätter bei der Behandlung von Asthma, Bronchitis, Erfrierungen, Hautkrankheiten, Husten, Magenleiden, Tuberkulose und Unruhezuständen verwendet.

In der heutigen Heilkunde wird dem Ginkgo vornehmlich eine durchblutungsfördernde Wirkung zugesprochen. Es werden eine durchblutungsfördernde Wirkung sowie antioxidative und neuroprotektive Eigenschaften von Ginkgo biloba angenommenen.

Extrakte der Pflanze werden auch mitunter begleitend bei der Behandlung eines Glaukoms verwendet. Zur Wirksamkeit des Ginkgo-Extrakt als Schutz vor Arteriosklerose werden medizinische Studien durchgeführt.

Grund für die möglicherweise positive Wirkung von Ginkgo-Präparaten auf den menschlichen Stoffwechsel ist vermutlich die hohe Konzentration an Flavonoiden und Terpenoiden in den verwendeten Pflanzenmaterialien. Letztere wie Ginkgolide und Bilobalid sind nur im Ginkgo zu finden. Aufgrund des komplexen Aufbaus dieser Stoffe ist eine vollständige synthetische Herstellung bis heute nicht gelungen.

Inhaltsstoffe von Ginkgo Blättern und Samen

Ginkgo folium enthält:

  • 0,5-2 % Flavonolglykoside, vor allem Kämpferol-, Quercetin- und Isorhamnetinderivate.
  • 0,4-2 % Biflavone, unter anderem Amentoflavon, Bilobetin und Ginkgetin, Isoginkgetin, Sciadopitysin.
  • 4-12 % Proanthocyanidine, komplexe Diterpenlactone (Ginkgolide) Bilobalid (Sesquiterpen), Ginkgolsäure sowie Polyprenole.

Semen Ginkgo enthält:

Harzig-fleischige Aussenhaut enthält unter anderem Ginkgolsäure, Ginkgol, Ginnol, Bilobol und 4-Methoxypyridoxin. Die Samenanlage ca. 68 % Stärke, 13 % Proteine, Lipide und Pentosane.

Anwendung von Ginkgo in der Medizin

Der Anwendungskreis beziehungsweise das Anwendungsgebiet von Ginkgoextrakten umfasst eine verbesserte Blutzufuhr zu Geweben und Organen (insbesondere der kleinsten Gefässe, Kapillaren), er schützt gegen oxidative Zellbeschädigungen durch freie Radikale (Antioxidantie). Als Radikalfänger dienen vorallem die Flavonoide.

Ginkgoextrakte sollen auch die Toleranz gegenüber einer Minderversorgung mit Sauerstoff (Hypoxietoleranz) steigern, welche häufiger bei älteren Personen auftritt, indem sie den Energiestoffwechsel längere Zeit aufrechterhalten und eine Schädigung durch freie Radikale auffangen.

Ginkgoextrakten wird auch eine generelle neuroprotektive Wirkung nachgesagt, d.h. sie können Gehirnzellen schützen (Ginkgolide A und B) und erhalten helfen.

Ginkgo folium:
Spezielle, hochkonzentrierte Extrakte werden zur Behandlung von Hirnleistungs- und Hirndurchblutungsstörungen in der Geriatrie eingesetzt.

Teepräparate sind kaum wirksam, da in Wasser die wirksamen Inhaltsstoffe sich nicht lösen. Für Therapien von Demenzformen, depressiven Verstimmungen, Schwindel, Kopfschmerzen, Tinnitus sowie Durchblutungsstörungen in den Beinen (»Schaufensterkrankheit«) werden die durchblutungsfördernden und schützenden Wirkungen des komplexen Inhaltsstoffgemisches genutzt.

Semen Ginkgo:
Die traditionelle chinesische Medizin nutzt Ginkgosamen bei Asthma, Tuberkulose sowie Nierenerkrankungen. Aufgrund der enthaltenen Buttersäure ist die oft geruchsintensive Behandlung nicht sehr angenehm. Darüber hinaus werden die gerösteten Samenanlagen in Ostasien als Delikatesse geschätzt.

Inhaltsstoffe von Ginkgo-Extrakt

Positive Effekte wurden bei Versuchen für Ginkgoextrakte, die durch ein Aceton-Wasser-Gemisch aus Blättern gewonnen werden, nachgewiesen. Die Extrakte enthalten ca. 25% Flavonoidglykoside und etwa 6% Terpenlactone. Aufgrund einer stark hautreizenden Eigenschaft und der möglichen Magenunverträglichkeit sollte der Gehalt an Ginkgolsäuren unter 5 ppm liegen.

Die Wirkungen des Ginkgoextraktes beruhen auf einem Zusammenspiel verschiedener Substanzen. Zu deren Inhaltsstoffen gehören die Ginkgolide, das Bilobalid und die Ginkgoflavonoide. Die WHO International Working Group for Drug Statistics Methodology erstellte für den internationalen ATC-Code (anatomical-, therapeutic-, chemical-classification) für Arzneimittel eine Gruppe Antidementiva. In dieser Gruppe Anti-dementia drugs ist mit dem Code N06D Ginkgo biloba gelistet.

Ginkgo in der Homöopathie

Gingko biloba – die frischen Blätter werden angewendet bei Mandelentzündung, Kopfschmerz, Schreibkrämpfen.

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