Über die verschiedenen Arten von Schmerz, deren Ursachen und mögliche Therapien

Kopfschmerzen

Stress ist ein häufiger Auslöser von Kopfschmerzen

Auslöser und Symptome

Typisch ist ein dumpfer, drückender bis ziehender Schmerz, der im ganzen Kopf wahrgenommen wird. Der in der Regel leichte bis mittelschwere Schmerz beginnt häufig im Nacken oder hinter der Stirn.

Typische Auslöser für Spannungskopfschmerzen sind innere und äußere Faktoren wie zum Beispiel Stress, Aufenthalt in stickigen Umgebungen und ständige Körperfehlhaltungen beim Sitzen, Liegen oder Stehen.

Bei Patienten, die unter chronischen Kopfschmerzen leiden, ist vermutlich die zentrale Schmerzschwelle erniedrigt. Störungen der Schmerzkontrollmechanismen können auch zu Kopfschmerzen führen.


Wissenswertes

Bei gelegentlich auftretenden Spannungskopfschmerzen spricht nichts gegen eine Selbstmedikation

Behandlung mit Medikamenten
Viele Medikamente zur Behandlung von gelegentlich auftretenden Spannungskopfschmerzen sind ohne Rezept in der Apotheke erhältlich. Kann ausgeschlossen werden, dass der Kopfschmerz durch eine ernsthafte Erkrankung verursacht wurde, spricht nichts gegen eine Selbstmedikation. Die Auswahl des richtigen Wirkstoffs zur Selbstmedikation sollte den Empfehlungen der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft folgen. Bei Spannungskopfschmerzen sind Kombinationspräparate aus Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol und Koffein sowie Monopräparate mit Acetylsalicylsäure und Ibuprofen erste Wahl. Substanz der 2. Wahl ist Paracetamol.

ASS hemmt die Bildung von Prostaglandinen. Prostaglandine sind Gewebshormone, die unter anderem die Information "Schmerz" an das Gehirn übermitteln.

In Kombinationspräparaten verstärken ASS und Paracetamol gegenseitig ihre vorteilhaften Effekte und zeichnen sich durch ein breiteres Wirkprofil, einen schnelleren Wirkungseintritt, eine stärkere schmerzlindernde Wirkung und eine bessere Verträglichkeit aus.

Chronische Spannungskopfschmerzen treten über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten jeden zweiten Tag mit einer Dauer von über 12 Stunden auf. Betroffene sollten unverzüglich einen Arzt aufsuchen. Gegen chronische Spannungskopfschmerzen wirken die verschreibungspflichtigen so genannten trizyklischen Antidepressiva, die über längere Zeit ohne gravierende Nebenwirkungen eingesetzt werden können. Sie erhöhen die Schmerzschwelle und können dadurch den Patienten von seinen Dauerschmerzen befreien. Insgesamt ist mit einer Therapiedauer von drei bis sechs Monaten zu rechnen.

Nichtmedikamentöse Therapie und Vorbeugung
Treten Kopfschmerzen häufig auf, sollte die medikamentöse Therapie durch nichtmedikamentöse Verfahren ergänzt werden. Physikalische und physiotherapeutische Methoden helfen vor allem dann, wenn die Kopfschmerzen von einer Anspannung der Nackenmuskulatur begleitet oder von einer Fehlhaltung verursacht werden. Gezielte gymnastische Übungen stärken die Muskulatur und auch Wärme- oder Kälteanwendungen helfen. Die physiotherapeutische Begleittherapie wird idealerweise immer auf den einzelnen Patienten und seine persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten. Auch Akupunktur wird in der Schmerztherapie eingesetzt. Wissenschaftlich erwiesen ist der Nutzen dieser Methode noch nicht, jedoch können Kopfschmerzpatienten den Versuch wagen, ob sie auf Akupunktur ansprechen oder nicht.

Entspannungsübungen, regelmäßige Bewegung und Nacken- und Schläfenmassagen mit oder ohne ätherische Öle helfen, den Kopfschmerz im Keim zu ersticken.

Migräne schränkt die Lebensqualität stark ein

Entstehung und Erkennung
Der Migräneanfall kann in vier Phasen unterteilt werden, die aber nicht immer bei allen Patienten vollständig durchlaufen werden.

Prodromal-Phase: Diese Vorphase, die bis zu mehreren Tagen dauern kann, ist gekennzeichnet durch verschiedene Symptome wie Müdigkeit, Gähnen, Stimmungsänderungen oder Heißhunger auf bestimmte Nahrungsmittel. Auch eine gesteigerte Licht-, Lärm- und Geräuschempfindlichkeit kommt vor.

Aura-Phase: Fast immer treten dabei visuelle Eindrücke auf wie Lichtblitze, Flimmern oder Zick-Zack-Linien vor den Augen. Darüber hinaus kann es zu Sensibilitätsstörungen kommen. Seltener sind Sprach- oder motorische Störungen.

Kopfschmerz-Phase: Diese Phase besteht in der Regel aus mittelschweren bis schweren, pulsierenden oder pochenden, einseitigen Kopfschmerzen. Begleitet werden die Schmerzen fast immer von Übelkeit und erhöhter Reizempfindlichkeit. Ohne Behandlung kann diese Phase bis zu drei Tagen dauern.

Schlafphase oder Besserungsphase: Manche Patienten schlafen am Ende einer Migräneattacke und danach sind die Kopfschmerzen häufig abgeklungen.

Auch wenn gewiss ist, dass die Attacke vorübergeht und keine ernsthaften Folgen zu befürchten sind, so schränkt die Migräne die Lebensqualität stark ein. Zudem sollten krankhafte Ursachen oder mögliche Auslöser durch eine ärztliche Untersuchung geklärt werden. Forschungsergebnisse zeigen, dass die Anfälligkeit für Migräne genetisch bedingt ist. Zum Leidwesen der vielen Betroffenen ist die Krankheit selbst nicht heilbar ist. Es ist lediglich möglich, akute Migräneattacken zu behandeln und bei häufigen Attacken diesen mit Hilfe von Medikamenten und nichtmedikamentösen Methoden vorzubeugen. Typische Auslöser von Migräneattacken sind Stress, Hormonschwankungen oder auch der Konsum bestimmter Nahrungsmittel und Alkohol.

Behandlung mit Medikamenten
Bei leichten bis mittelschweren Migräneattacken spricht aus Sicht der Deutschen Migräne- und Kopfschmerz-Gesellschaft (DMKG) nichts gegen die Einnahme rezeptfreier Schmerzmittel. Zu empfehlen sind Kombinationspräparate aus Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol und Koffein. Diese Dreier-Kombination gilt als deutlich wirksamer als eine Behandlung mit den Einzelsubstanzen oder mit einer Kombination ohne Koffein. Von den spezifischen Migränemitteln aus der Gruppe der Triptane ist z. B. der Wirkstoff Naratriptan rezeptfrei erhältlich. Da dieser nur bei Migräne wirkt, muss die Diagnose klar sein. In 80 Prozent der Fälle reicht eine Tablette, um die Attacke zu bekämpfen. Gleichzeitig werden Lichtempfindlichkeit und Übelkeit mitbehandelt.

Spätestens aber wenn die Migräneanfälle mittelschwer bis schwer sind, sollen sie nach den Empfehlungen der DMKG mit verschreibungspflichtigen Medikamenten behandelt werden.

Ergänzend wird auch die Einnahme eines Mittels gegen Übelkeit und Erbrechen empfohlen, da der gesamte Verdauungstrakt schon zu Beginn einer Migräneattacke gestört sein kann und die Medikamente oft nicht vollständig aufgenommen werden. In Frage kommen die verschreibungspflichtigen Wirkstoffe Metoclopramid oder Domperidon. Rezeptfreie Mittel gegen Übelkeit sind nicht geeignet.

Nichtmedikamentöse Therapie und Vorbeugung
Mediziner empfehlen körperliche Aktivität, bevor die Schmerzen einsetzen. Auch wenn Migräne nicht zu heilen ist, so kann ihr aber mit Ausdauertraining, gezielter Entspannung und Verhaltensänderungen vorgebeugt werden. Bei einem akuten Anfall unterstützen Ruhe und Schlaf in einem abgedunkelten Raum oder auch ein Spaziergang an der frischen Luft den Genesungsprozess. Kalte Kompressen auf Stirn und Nacken verschaffen Linderung der Migränebeschwerden.

Cluster-Kopfschmerz tritt selten auf

Entstehung und Erkennung
Erfreulicherweise leidet unter Cluster-Kopfschmerz nur ein sehr geringer Anteil der Bevölkerung. Meist trifft er Männer zwischen 30 und 50 Jahren. Eine Attacke dauert zwischen 15 und 180 Minuten. Die Schmerzen sind immer einseitig, treten im Bereich Auge-Schläfe auf und sind fast unerträglich. Sie werden von den Betroffenen mit einer glühenden Klinge, die das Auge durchbohrt, verglichen. Häufig tränen dabei die Augen und die Nase läuft.

Hier sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen und mit ihm die Therapie besprechen!


Therapie
Da die Ursachen bislang nicht bekannt sind, können keine vorbeugenden Maßnahmen empfohlen werden. Die Behandlung sollte durch einen kopfschmerzerfahrenen Mediziner durchgeführt werden. Die Inhalation von reinem Sauerstoff zu Beginn einer Attacke kann sie binnen weniger Minuten abklingen lassen, wohingegen eine Behandlung mit Schmerzmitteln in der Regel unwirksam ist, da die Attacke regelmäßig bereits vor dem Wirkungseintritt der Medikamente vorbei ist.

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