Lexikon der Fachbegriffe

A

A. sind Beschwerden im Bauchbereich: Oft wird auch noch das Wort funktionell hinzugefügt, ohne allerdings den Sinn zu verändern. Gemeint sind Beschwerden im Bauchraum (zwischen Rippen und Schambein [Knochen über den Geschlechtsorganen]), die nicht eindeutig durch bestimmte Erkrankungen von Organen hervorgerufen werden. Unterteilt werden sie in Oberbauchbeschwerden (z. B. Druck und Völlegefühl im Magenbereich, u. a. bei Reizmagen) und Unterbauchbeschwerden (Schmerzen im Darmbereich, Durchfall, Verstopfung).

Die Gallenflüssigkeit ist wichtig für den Verdauungsvorgang, wird in der Leber produziert, in der Gallenblase gespeichert und über den Gallengang in den Zwölffingerdarm abgegeben. Der Abfluß kann gestört sein z. B. durch Entzündung von Gallenblase (Cholezystitis), Gallengang (Cholangitis), bei Gallensteinen (Cholelithiasis) oder Erkrankung des Muskels, der an der Einmündung vom Gallengang in den Darm sitzt. In diesen Fällen kann es zu Verdauungsstörungen v. a. nach fettreichen Mahlzeiten kommen.

nicht normal

A. wird oft verwendet in Zusammenhang mit dem Magensaft. Dieser ist normalerweise sehr sauer, was u. a. für die Verdauung wichtig ist. Unter bestimmten Bedingungen kann die Magensäure den Magen angreifen und zu Entzündungen (Gastritis) und Geschwüren (Ulcus duodeni/ventriculi) führen. In diesen Fällen gibt man z. B. Medikamente, die die Magensäure binden und somit abschwächen, d. h. abpuffern, sog. Antazidum.

A., auch Bewußtseinstrübung oder "Denkpause" genannt, kommt v. a. bei Epilepsie vor und dauert mehrere Sekunden. An das Ereignis kann man sich i.d. R. nicht erinnern (Amnesie).

A. ist die Körperreaktion bei plötzlichem Absetzen von Medikamenten. Nimmt man z. B. ein Medikament gegen Bluthochdruck und setzt es plötzlich ab, kann es bei bestimmten Präparaten dazu kommen, daß der Blutdruck sehr schnell deutlich ansteigt und kurzzeitig höher sein kann als vor Beginn der Medikamenteneinnahme. Abruptes Absetzen von Schlafmitteln kann z. B. Schlaflosigkeit und Unruhezustände hervorrufen.

Absorption bedeutet die Aufnahme von Stoffen (z. B. Medikamenten) durch Haut, Magen oder Darm. Wird oft gleichbedeutend mit Resorption verwendet. 

Ein Abszeß ist die Ansammlung von Eiter in einem Gewebe bzw. Organ. Er ist von einer Wand umgeben und wird in den meisten Fällen durch bestimmte Bakterien verursacht.

ACTH ist die Abkürzung für "adrenocorticotropes Hormon". Dieses Hormon wird in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) gebildet und fördert die Bildung von Cortison und cortisonähnlichen Stoffen in der Nebenniere.

Der ACTH-S. ist ein Test zur Überprüfung der Funktion der Nebenniere. Bei Verdacht auf bestimmte Erkrankungen der Nebenniere wird ACTH meistens intravenös verabreicht. Dadurch wird die Nebenniere angeregt, Cortison und cortisonähnliche Stoffe vermehrt zu bilden. Letztere kann man im Blut und z. T. im Urin messen. Aus deren Menge läßt sich auf den Funktionszustand der Nebenniere schließen.

perniziöse Anämie

Die "Adenin-Phosphoribosyl-Transferase" ist ein Enzym des Eiweißabbaus im Körper. Das Fehlen dieses Enzyms ist eine sehr seltene Erbkrankheit. Ein bestimmter Stoff des Eiweißabbaus (Adenin) kann deshalb nicht zu Harnsäure abgebaut werden, welche im Urin gelöst ausgeschieden wird. Statt dessen entsteht ein unlöslicher Stoff (2,8 Dihydroxyadenin), der im Urin ausfällt (Ausfällung) und Nierensteine bildet. Diese Patienten entwickeln wegen dieser Nierensteine häufig eine Nierenfunktionsschwäche (Niereninsuffizienz) und Infektionen von Niere und Harnleiter.

Von a. oder "fettsüchtig" spricht man, wenn eine deutliche Vermehrung des Fettgewebes vorliegt. Als grobe Orientierungshilfe gilt: Bei "normaler" Muskelmasse liegt eine Adipositas oder Fettsucht vor, wenn das Körpergewicht (in kg) mehr als 20% über dem Wert liegt, den man erhält, wenn man von der Körpergröße in cm die Zahl 100 abzieht. Beispiel: Körpergröße = 180cm 180 minus 100 ergibt 80. 20% von 80 sind 16. 80 plus 16 ist gleich 96. D. h. bei einer Körpergröße von 180 cm gilt man als adipös, wenn man über 96 kg wiegt.

A. ist ein natürliches Hormon des Körpers. Es wird in der Nebenniere gebildet und erregt das sympathische Nervensystem (Sympathomimetika). Im wesentlichen steigert es Puls und Blutdruck, vermindert die Darmtätigkeit, erweitert die Bronchien und Pupillen, erhöht den Blutzucker und regt den Fettabbau an. Adrenalin ist ein sogenanntes Streßhormon und ist bei psychischem und körperlichem Streß im Blut erhöht.

A. wirkende Mittel (Adstringentien) sind für die Anwendung auf Haut und Schleimhäuten (z. B. Wunden) vorgesehen. Sie reagieren mit Eiweiß der oberen Haut bzw. Schleimhautschichten, führen zu deren Verdichtung und bilden so ein fest zusammenhängendes "Häutchen" (Membran). Sie wirken u. a. dadurch entzündungshemmend, antibakteriell, austrocknend und blutstillend.

Der A. ist die unmittelbare Umgebung des Darmausganges am Gesäß (wird auch als Anus oder Analbereich bezeichnet).

A. bedeutet Angriffslust oder leichte Reizbarkeit.

A. bedeutet Unruhe, d. h. heftige, hastige und unruhige Bewegungen, die scheinbar oftmals keinen Sinn machen. A. kommt vor z. B. bei Psychosen oder Delirium. Es ist jedoch nicht zu verwechseln mit der unter normalen Bedingungen vorkommenden Nervosität.

A. ist eine hochgradige Verminderung von bestimmten weißen Blutkörperchen (granulierte Leukozyten). Ausgelöst wird die A.meist durch eine allergische Überempfindlichkeitsreaktion auf Medikamente. Sie ist zwar sehr selten zu befürchten, aber sehr gefährlich. Es kommt dabei innerhalb von wenigen Stunden zu schweren Krankheitssymptomen: zunächst Schüttelfrost, dann Fieber, schneller Puls, schweres Krankheitsgefühl, Lymphknotenschwellungen und Schleimhautgeschwüre v. a. in Mund und Rachen. Eine sofortige ärztliche Behandlung ist unbedingt erforderlich.

AIDS ist die Abkürzung für "Acquired Immuno Deficiency Syndrome", zu deutsch: erworbenes Immun (oder Abwehr) -schwäche-Syndrom. Ursache ist eine Infektion mit sog. HIV Viren. Die Übertragung kann durch Geschlechtsverkehr sowie bei Samenspenden oder der Gabe von Blut bzw. aus Blut gewonnenen Arzneimitteln stattfinden. Häufig sind auch verunreinigte Spritzen (v. a. bei Rauschgiftsüchtigen) für die Ansteckung verantwortlich. Im Laufe der Erkrankung kommt es zu einer zunehmenden Einschränkung der körperlichen Abwehrkräfte. Dadurch können sonst harmlose Krankheitserreger schwere bis tödliche Infektionen auslösen.

A. ist das Unvermögen, ruhig zu sitzen mit unruhigem Umherlaufen. A. kann vorkommen bei bestimmten Gehirnerkrankungen oder als Nebenwirkung mancher Medikamente.

Akkomodation heißt Anpassung. Meistens ist dabei die Anpassung des Auges, d. h. die Fähigkeit zur Scharfeinstellung gemeint. Damit Gegenstände in unterschiedlichen Entfernungen scharf gesehen werden, paßt sich die Augenlinse durch Veränderung ihrer Wölbung jeweils an. Dies geschieht mit Hilfe von Augenmuskeln, die mit einem Ende an der Linse festgewachsen sind. Die Fähigkeit der Linse, sich zu wölben, läßt natürlicherweise mit dem Alter nach: Zur Erkennung naher Gegenstände (z. B. Lesen) braucht man eine Brille (sog. Altersweitsichtigkeit). Es gibt Medikamente, welche auch eine indirekte Wirkung auf die Muskeln der Augenlinse haben können und somit die Anpassungsfähigkeit des Auges verringern. Einige vermindern die Nahsichtigkeit, andere die Weitsichtigkeit. Setzt man das betreffende Medikament ab, normalisiert sich die Akkomodation in der Regel sehr rasch wieder.

A. ist eine Hautkrankheit im Bereich der Talgdrüsen. Diese produzieren den sog. Talg, der sehr wichtig ist für den Schutz der Haut vor Austrocknung. Bei A. (z. B. in der Pubertät oder bei langfristiger Kortisonbehandlung) ist die Funktion dieser Drüsen gestört: Es kommt u. a. zu einem Rückstau des Talges in die Drüsen mit nachfolgender Entzündung und Vernarbung.

A.v. ist die häufigste Form der Akne. Sie tritt im wesentlichen in der Pubertät auf. Dabei ist die Funktion der Talgdrüsen in der Haut gestört. Es kommt u. a. zu einem Rückstau des Talges in die Drüsen und es entstehen "Mitesser". Diese können sich z. T. entzünden und später vernarben. Meist tritt die A. v. im Gesicht, an Brustkorb, Schultern und Rücken auf.

Aktiviert heißt, eine bereits vorliegende Krankheit bricht auf und verursacht akute Beschwerden und Symptome. Bei einer aktivierten Arthrose kommt es zu akuten Schmerzen und einer Schwellung der betroffenen Gelenke durch Entzündung der Innenschicht der Gelenkkapsel (Synovitis).

A. bedeutet plötzlich auftretend, schnell und meist heftig verlaufend. Das Gegenteil von a. ist chronisch.

Wie beim akuten Schub kann es bei akuten oder chronischen Erkrankungen zu einer plötzlichen Verschlimmerung des Krankheitsprozesses kommen. Im Gegensatz zum akuten Schub bleiben keine dauerhaften Veränderungen.

A. bedeutet, eine Alkalose hervorrufen.

  • zu schnelles Atmen (mit Zittern, Krämpfen und Schwindelgefühl)
  • bestimmte Stoffwechselerkrankungen (z. B. Cushing Syndrom)
  • Zufuhr extrem hoher Mengen an Milch (sog. Milch-Alkali-Syndrom mit Übelkeit, Erbrechen und Schwindel)

Allergie ist eine Überempfindlichkeitsreaktion des Körpers. Ausgelöst werden kann eine Allergie prinzipiell durch jeden nichtkörpereigenen Stoff. Bei einer allergischen Dermatitis ist die Haut überempfindlich gegen z. B. bestimmte Chemikalien oder Medikamente, die entweder eingenommen oder direkt auf die Haut aufgetragen werden. Es kommt v. a. zu größerflächigen Hautrötungen mit unangenehmem Juckreiz. Allerdings muß die a. D. nicht sofort auftreten, sondern kann sich langsam entwickeln, wenn man z. B. das betreffende Medikament bereits mehrere Tage verwendet hat. Läßt man das auslösende Mittel weg, heilt die a. D. meist innerhalb von wenigen Tagen folgenlos ab.

  • das Herz-Kreislaufsystem mit Blutdruckabfall, schnellem Puls und Bewußtlosigkeit bis hin zu einem lebensgefährlichen Schock (anaphylaktisch) (kommt sehr selten vor)
  • die Atmungsorgane, wobei es zu Luftnot (Asthma) kommen kann
  • die Schleimhäute. Hierbei ist z. B. der verbreitete Heuschnupfen zu nennen, aber auch eine seltene, jedoch sehr gefährliche Schwellung im Bereich des Rachens (s. a. Quincke-Ödem)
  • die Haut mit Auftreten von Schwellung (s. a. Quincke-Ödem), Rötung und Juckreiz (allergische Dermatitis, Arzneimittelexanthem); I. d. R. verschwindet die a. R. innerhalb weniger Tage, wenn man den Auslöser (Allergen) wegläßt. Lebensgefährlich ist sie nur in Ausnahmefällen (s. o.). Besteht eine Überempfindlichkeit gegen ein Medikament, wird man dies i. d. R. gegen ein anderes, ähnlich wirkendes austauschen. Manchmal ist das nicht möglich, wenn es ein solches nicht gibt und das betreffende Medikament unbedingt notwendig ist. In solchen Fällen besteht die Chance, daß sich die Überempfindlichkeit nach einigen Tagen verliert, obwohl man das Medikament weiter genommen hat (der Körper hat sich daran gewöhnt).

A. bedeutet Haarausfall. Es können dabei nicht nur die Haare der Kopfhaut sondern auch die des ganzen Körpers (einschließlich Schamhaare, Wimpern, Augenbrauen und Bart) betroffen sein. Der Haarverlust kann sehr schnell (mehrere Tage) gehen, aber auch mehrere Monate bis Jahre dauern. Die Haare können als Gesamtes ausgehen (Glatze), nur an bestimmten Flächen (kreisrunder Haarausfall) oder diffus, d. h. "die Haare werden dünner". Man unterscheidet zunächst den angeborenen und den erworbenen Haarausfall. Letzterer kann entstehen durch z. B.:

  • Erkrankungen der Kopfhaut
  • Medikamente (hier spielen v. a. Zytostatika [Zytostatikum] eine Rolle). Medikamente führen nur sehr selten zu Haarausfall (Ausnahme: Zytostatika). Dabei ist fast ausschließlich das Kopfhaar betroffen, das dann langsam und diffus (s. o.) ausfällt. Wenn die Ursache des Haarausfalls bekannt ist und behandelt wird (bzw. das Medikament weggelassen wird),erholen sich die Haarwurzeln i. d. R. schnell wieder und die ausgefallenen Haare wachsen nach.

Man unterscheidet im wesentlichen zwei verschiedene Alpha-Rezeptoren (Alpha 1 und Alpha 2), die in unterschiedlicher Ausprägung über den ganzen Körper verteilt sind. Besonders wichtig sind die Alpha-1-Rezeptoren an den Blutgefäßen. Werden sie durch körpereigene Hormone (z. B. Katecholamine) gereizt, verengen sich die Gefäße und der Blutdruck steigt. Werden sie durch Alpha-Rezeptorenblocker blockiert, sinkt der Blutdruck. Es sind also Mittel zur Behandlung des hohen Blutdruckes (Antihypertonikum).

A. bedeutet wechselnd oder abwechselnd. Bei Medikamenten spricht man z. B. von a., wenn man für gewisse Zeit ein bestimmtes Medikament nimmt und danach ein anderes, dann aber wieder das erste anwendet usw.

Aluminium ist ein natürlich vorkommendes Erdmetall (Element). Es wirkt vor allem adstringierend und antiseptisch. In der Therapie wird Aluminium vornehmlich verwendet in Wundbehandlungsmitteln und Antazida.

Als Alveolen bezeichnet man zum einen die knöchernen Zahnfächer des Ober und Unterkiefers (die Knochentaschen, in denen die Zähne sitzen), zum anderen die Lungenbläschen. Bei Entzündung eines Zahnfaches oder der Lungenbläschen (hierbei sind meistens alle betroffen) spricht man von einer Alveolitis. Eine Entzündung der Lungenalveolen kann verursacht werden durch Infektionen, im Rahmen einer allergischen Reaktion oder durch starke Reizgifte. Es kommt dabei v. a. zu trockenem Reizhusten, Fieber und Luftnot während Belastung (Dyspnoe).

Mit A.-T. bezeichnet man bestimmte chemische Verbindungen, die meist zum einen Teil aus einer Säure bestehen und zum anderen aus einem Abkömmling des Ammoniaks (z. B. Sulfonamide, Asparagin und Glutamin [die letzten beiden sind sogenannte Aminosäuren, d. h. Eiweißbausteine]).

Amidopyridine bilden eine Gruppe von Wirkstoffen, zu denen v. a. Aminophenazon, ein nichtsteroidales Antirheumatikum, gehört. Dieses wird heut nicht mehr verwendet. Früher setzte man Aminophenazon v. a. ein zur Fiebersenkung, als Schmerzmittel und zur Behandlung von Rheuma.

Die Scheide der Frau ist normalerweise genauso wie z. B. die Mundhöhle oder der Darm mit Bakterien besiedelt, man nennt das "Flora". Diese werden unbedingt für eine normale und gesunde Funktion der Schleimhaut benötigt. Sie sorgen auch dafür, daß sich krankheitserregende Bakterien und Pilze (Pilzkrankheit) nicht ausbreiten können. Ist die Flora der Scheide, d. h. die natürlich vorkommenden Bakterien verändert, kann sich die Schleimhaut entzünden, es entsteht eine Kolpitis. Werden von den krankheitserregenden Bakterien dabei sog. Amine (chemische Stoffe, die sich vom Ammoniak ableiten) gebildet, spricht man von einer Aminkolpitis. Diese Amine sind die Ursache für den fischähnlichen Geruch des entzündungsbedingten Ausflusses.

A.-A. sind eine bestimmte Gruppe von Antibiotika (Antibiotikum). Hierzu gehören im wesentlichen die Wirkstoffe: Gentamicin, Tobramycin, Neomycin, Framycetin, Streptomycin, Amikacin, Netilmicin, Paromomycin und Spectinomycin.

Bei dieser erblich bedingten Störung des Eiweißabbaus wird der Eiweißbaustein Cystin nicht weiter abgebaut und ausgeschieden. Er sammelt sich deshalb im Körper, v. a. in den Nieren an. Dadurch kommt es u.a. zu Zwergwuchs, Knochenbrüchen, Kraftlosigkeit und Schrumpfnieren (kleine, kaum noch funktionierende Nieren).

A. ist eine zeitlich begrenzte Erinnerungslücke. Man kann sich an einen bestimmten Zeitabschnitt nicht mehr erinnern. Eine A. kann verursacht werden durch z. B. Bewußtlosigkeit, Gehirnerschütterung, psychische Erkrankungen oder epileptische Anfälle. Im wesentlichen unterscheidet man einerseits eine anterograde A., d. h. eine Erinnerungslücke für die erste Zeit nach Rückkehr des Bewußtseins. Andererseits spricht man von einer retrograden A., wenn die Erinnerung vor dem auslösenden Ereignis (z. B. Unfall) fehlt.

A. ist eine Erkrankung, die durch Amöben hervorgerufen wird. Amöben sind Parasiten, die nur aus einer einzigen Zelle bestehen. Es gibt viele verschiedene Arten von Amöben, wobei die meisten in Süßwasser (v. a. in den Tropen) leben, jedoch verursachen nur die wenigsten von ihnen Krankheiten. Nach Aufnahme von Amöben vermehren sich diese v. a. im Darm. Folgende Erkrankungen können durch Amöben hervorgerufen werden: Durchfall (Amöbenruhr), Leberentzündung (Amöbenhepatitis), Abszesse im Bauch- oder Brustraum (z. B. Lunge, Leber oder Darm) sowie die gefürchtete Entzündung von weicher Hirnhaut und Gehirn (Amöbenmeningoenzephalitis).

A. sind Medikamente, die sich von männlichen Hormonen (sog. Androgenen) ableiten. Sie werden v. a. eingesetzt, um im Stoffwechsel Wachstumsprozesse zu beschleunigen. Von Sportlern werden sie mißbraucht zum Muskelaufbau (Doping). Sie können u. a. zu "Vermännlichung" bei Frauen, Beeinträchtigung der Zeugungsfähigkeit, Akne und Funktionsstörungen der Leber führen.

A. bedeutet ohne Sauerstoff (Gegenteil: aerob) und wird meistens gebraucht im Zusammenhang mit Bakterien (in diesem Fall sog. Anaerobier).A.e Bakterien leben und wachsen ohne Sauerstoff.

A.-A. ist Asthma, d. h. also Luftnot, die ausgelöst wird durch Schmerzmittel (Analgetikum), wenn gegen diese eine Überempfindlichkeit besteht (allergische Reaktion)

A.-I. besteht, wenn man Schmerzmittel (Analgetikum) generell nicht oder schlecht verträgt. Dies kann sich äußern z. B. durch allergische Reaktionen, Asthma (Analgetika Asthma) oder Kopfschmerzen.

A.-N. ist eine Schädigung der Nieren durch langen Gebrauch einer hohen Dosis an Schmerzmitteln. Mit einer Nierenschädigung muß man rechnen, wenn man bestimmte Schmerzmittel (gilt für viele, aber nicht für alle) regelmäßig über min. 10 Jahre eingenommen hat und dabei insgesamt 3 kg konsumiert hat (zählt man die Schmerzmittelmenge aller eingenommenen Tabletten zusammen).

A. ist ein Arzneimittel gegen Schmerzen. Man unterscheidet dabei im wesentlichen nach ihrem Wirkungsort. Periphere Analgetika wirken dort, wo der Schmerz entsteht. Sie vermindern die Substanzen, die z. B. bei Verletzungen im Körper entstehen und für die Schmerzentstehung mit verantwortlich sind (z. B. Prostaglandine). Beispiele sind: Ibuprofen, Paracetamol, Acetylsalicylsäure, Phenylbutazon u. v. a. m. Diese wirken i.d. R. nicht nur schmerzlindernd, sondern u. a. auch entzündungshemmend und fiebersenkend. Zentral wirkende Analgetika wirken dort, wo der Schmerz verarbeitet wird, nämlich im Gehirn. Sie wirken im wesentlichen wie Morphin und sind stärker als die peripher wirksamen Analgetika, können aber u. U. zu Abhängigkeit führen. Beispiele sind: Morphin, Piritramid, Pethidin, Pentazocin, u.v. a. m.

A. sind ähnliche Substanzen (bzw. Stoffe) in Arzneimitteln. Man spricht von A. wenn unterschiedliche Substanzen chemisch sehr ähnlich sind, den gleichen Wirkungsmechanismus haben und ähnlich wirken. Man sagt auch, sie leiten sich voneinander ab.

A. bedeutet Blutarmut, d. h. eine Verminderung der Zahl der roten Blutkörperchen ( Erythrozyten). Die Ursachen und Formen der A. sind sehr unterschiedlich und überaus zahlreich. Nachfolgend seien nur einige der wichtigen genannt. Man unterscheidet im wesentlichen A. Durch:

  • übermäßigen Blutverlust (z. B. Verletzung, Operation, bestimmte Krebsarten)
  • verminderte Bildung von roten Blutkörperchen (z. B. Vitaminmangel, Nierenerkrankung, Eisenmangel, Erkrankung oder Schädigung des Knochenmarks, z. B. durch Medikamente)
  • verstärkten Abbau von roten Blutkörperchen (häufigste Ursache sind hierbei Erbkrankheiten) Je nach Ausmaß der A. kommt es u. a. zu Abgeschlagenheit, Leistungsabfall und Müdigkeit bis zu schnellem Herzschlag, Luftnot und Herzbeschwerden (Angina pectoris).

Unter A. versteht man die Vorgeschichte eines Patienten oder einer Krankheit. Zur A. gehört alles, was sowohl den Verlauf der aktuellen Beschwerden, als auch andere Erkrankungen der Vergangenheit betrifft.

A.-R. ist eine schwere, allergische Überempfindlichkeitsreaktion. Sie setzt innerhalb von Sekunden bis Minuten nach Kontakt mit dem Stoff, gegen den eine Überempfindlichkeit (Allergie) besteht, ein. Es kommt dabei zu Schwindel, Luftnot, Kehldeckelschwellung und Nesselsucht bis hin zum lebensbedrohenden sog. anaphylaktischen Schock. Ausgelöst werden kann eine a. R. durch die unterschiedlichsten Dinge: z. B. Pollen, Bienengift oder Medikamente.

A.-S. ist die schlimmste und lebensbedrohende Überempfindlichkeitsreaktion (allergische Reaktion). Im Verlauf einer anaphylaktischen Reaktion kann es zu einem Schock kommen mit Bewußtseinsverlust, Blutdruckabfall, Herzrasen und Luftnot.

A.-R. ist ein Beschwerdebild, das einer anaphylaktischen Reaktionen sehr ähnlich ist.

A. sind Arzneimittel zur Verminderung oder Ausschaltung der Schmerzempfindung. Der Begriff wird meistens gebraucht im Zusammenhang mit Lokalanästhetika. Das sind Medikamente, die man auf Haut oder Schleimhaut aufträgt oder einspritzt, um die Schmerzempfindung auszuschalten. Man kann sie auch in die Nähe von Nerven spritzen und somit ein größeres Gebiet betäuben (geschieht z. B. beim Zahnarzt).

Mit A. bezeichnet man die Geschwindigkeit, mit der ein Medikament nach Einnahme ins Blut übergeht.

A. oder "Mandelentzündung" genannt, ist eine Entzündung der Lymphknoten des Rachens. Meist wird die A. durch Bakterien verursacht und hierbei sehr häufig von Streptokokken. Es kommt zu Rötung von Rachen und insbesondere der Mandeln (z.T. mit Eiterbläschen), Schmerzen beim Schlucken und Ausstrahlung zu den Ohren, Fieber, allgemeinem Krankheitsgefühl und Schwellung der Lymphknoten am Hals.

A.-p. sind plötzlich einsetzende und Sekunden bis Minuten andauernde Schmerzen im Brustkorb, v. a. hinter dem Brustbein und links. Häufig besteht auch ein gürtelförmiges Engegefühl um den Brustkorb, oft mit Atemnot und Todesangst. Die Schmerzen können auch in die linke Schulter und den linken Arm ausstrahlen. Ursache ist eine schlechte Blutversorgung des Herzens, meist bedingt durch eine Verengung von Arterien des Herzens.

A.-Ö., auch Quincke-Ödem genannt, ist eine mehrere Tage anhaltende, schmerzhafte, nicht juckende und blasse Schwellung der Haut, v. a. im Gesicht. Gefahr besteht (v. a. Atemnot), wenn auch die Schleimhaut (Mund, Rachen, Kehlkopf, Magen und Darm) beteiligt ist. Ursache ist meist eine Unverträglichkeit bzw. allergische Reaktion.

A.en sind elektrisch negativ geladene Teilchen. Im elektrischen Feld (s. a. Iontophorese) wandern sie zum Pluspol hin bzw. weg vom Minuspol.

Der Begriff A. oder "Ionenaustauscher" wird häufig verwendet für Medikamente, die bei erhöhten Cholesterinwerten im Blut (Fettstoffwechselstörungen) eingesetzt werden.A. binden eine ganze Reihe an bestimmten Stoffen im Darm (u. a. Cholesterin, aber auch Medikamente) und verhindern, daß diese vom Körper aufgenommen werden. Auch die A. selbst verbleiben komplett im Darm und werden wieder ausgeschieden.

A. ist der sog. "Pluspol", positiver Pol, bzw. Elektrode. Der Begriff spielt v. a. bei der Iontophorese eine Rolle. "Gegenteil" oder Gegenpol ist die Kathode.

A. ist der Bereich unmittelbar um den After (Afterbereich) und um die Geschlechtsorgane.

A. heißt nicht normal oder Abweichung von der Norm und wird häufig gebraucht für Fehlentwicklungen (z. B. bei Blutkörperchen) oder geringgradige Entwicklungsstörungen (z. B. bei Körperteilen). Anomalien sind i. d. R. leicht und haben keinen wesentlichen Krankheitswert.

In Zusammenhang mit Arzneimitteln versteht man unter einem A. ein Medikament, das die Wirkung eines körpereigenen Stoffes oder anderen Medikamentes aufhebt bzw. vermindert. Man spricht auch von einem A. bei einem Arzneimittel, wenn dieses bestimmte Körperfunktionen bremst (z. B. Calciumantagonisten vermindern die Aufnahme von Calcium in v. a. Muskelzellen).

Unter normalen Bedingungen produziert der Magen für die Verdauung der Nahrung Salzsäure. Ist ein zuviel an Salzsäure da oder funktionieren die Selbstschutzmechanismen des Magens gegen die Salzsäure nicht ausreichend, wird der Magen angegriffen und schmerzt. Man gibt dann sog. Antazida, also Medikamente, welche die überschüssige Salzsäure im Magen binden, d. h. neutralisieren und somit unschädlich machen. Antazida werden auch zur Behandlung von Magengeschwüren eingesetzt. Aufgrund ihrer chemischer Eigenschaften binden sie auch einige Arzneimittel, so daß diese ihre Wirkung nicht mehr entfalten können. Deshalb sollte ein A. immer im zeitlichen Abstand, d. h. 1 bis 2 Stunden vor oder nach der Einnahme anderer Medikamente eingenommen werden.

A. oder "zeitlich nach vorne gerichtet" wird häufig verwendet in Zusammenhang mit Amnesie. Anterograde Amnesie ist also z. B. eine Gedächtnislücke nach einem bestimmten Ereignis (z. B. Unfall).

A. ist ein Medikament zur Behandlung von Rhythmusstörungen des Herzens.

Man benutzt den Begriff a. in Zusammenhang mit Medikamenten oder z. B. Lösungen, die Bakterien abtöten oder zumindest deren Vermehrung verhindern.

A. ist ein Medikament, das gegen krankheitserregende Bakterien eingesetzt wird. Antibiotika wirken entweder bakterizid, d. h. töten Bakterien ab oder bakteriostatisch, d. h. hemmen das Wachstum von Bakterien. Es gibt zahlreiche A., die auf die verschiedenen Bakterien unterschiedlich wirken, d. h. nicht jedes A. wirkt auf alle Bakterienarten. A., die auf eine Vielzahl verschiedener Bakterien wirken, nennt man Breitspektrum Antibiotika. Man verwendet A. entweder innerlich, d. h. zum Schlucken oder Spritzen oder aber äußerlich, z. B. als Salben, Cremes oder (Augen)Tropfen.

Das autonome oder auch vegetative Nervensystem regelt v. a. die Funktion der Organe und kann durch den Willen nicht beeinflußt werden. Es besteht u. a. aus dem parasympatischen System. Medikamente, die diese Nerven hemmen, nennt man a. wirkende Substanzen oder kurz Anticholinergika. U. a. beschleunigen sie den Pulsschlag, erweitern die Blutgefäße der Haut, vermindern die Produktion von Speichel und Magensaft, beseitigen Krämpfe der Verdauungsorgane und erweitern die Pupille.

A. ist ein Medikament zur Behandlung von Depressionen (depressive Erkrankungen). Je nach Medikamentengruppe wirkt ein A. antriebssteigernd und stimmungsaufhellend oder angstvermindernd und antriebsdämpfend.

A. ist ein Medikament, das den Blutzucker senkt und bei Diabetes mellitus, also Zuckerkrankheit eingesetzt wird. Man unterscheidet dabei zunächst das Insulin, welches gespritzt werden muß, und Tabletten für die Dauerbehandlung der leichteren Form eines Diabetes. Letztere kann man in zwei Gruppen unterteilen:

  • Sog. Sulfonylharnstoffe begünstigen die Freisetzung von körpereigenem Insulin aus der Bauchspeicheldrüse.
  • Biguanide vermindern selbst direkt den Blutzucker.

Ein A. oder "Gegengift" ist ein Medikament, das bei Vergiftungserscheinungen eingesetzt wird und direkt die Wirkung eines anderen Medikamentes aufhebt. Die wohl bekanntesten sind A. oder Gegengifte gegen Schlangengift.

A. ist ein Medikament zur Behandlung der Epilepsie. Diese Arzneimittel werden auch als Antikonvulsiva bezeichnet. Sie hemmen bzw. mildern epileptische Krämpfe.

Folsäure ist ein lebenswichtiges Vitamin, das für den Aufbau von körpereigenem Eiweiß und die Zellteilung unerläßlich ist. Es gibt Medikamente, die die Wirkung der Folsäure beeinträchtigen, man spricht deshalb auch von einer Antifolat-Aktivität. Bekanntestes dieser Arzneimittel ist Methotrexat, welches dadurch die Teilung von Zellen hemmt und deshalb zur Krebstherapie und auch gegen einige Formen von Rheuma eingesetzt wird.

Histamin ist ein körpereigener Stoff, der bei allergischen Reaktionen im Übermaß entsteht und für viele der Reaktionen (z. B. Rötung, Juckreiz etc.) verantwortlich ist. Ein A. vermindert diese Wirkungen von Histamin und wird deshalb v. a. sowohl zur Vorbeugung als auch Behandlung von Allergien eingesetzt.

Antihypertonikum

A. oder "Antihypertensivum" ist ein Medikament gegen Hypertonie, also hohen Blutdruck.

A. sind Arzneimittel, welche die Blutgerinnung hemmen. Die Fähigkeit des Blutes zu gerinnen, ist eine lebensnotwendige Eigenschaft. Sie stellt sicher, daß Wunden verschlossen werden können. Bei bestimmten Erkrankungen der Adern (z. B. Atherosklerose [Arterienverkalkung], Thrombose) kann das Blut in den erkrankten Adern verstärkt gerinnen und so diese Adern ganz verschließen. Um das zu verhindern, gibt man Medikamente, welche die Fähigkeit zur Gerinnung herabsetzen. Diese müssen ganz genau dosiert werden. Gerinnt das Blut zu stark, droht ein Verschluß von Adern. Gerinnt es zu schwach, hören Wunden sehr schlecht auf zu bluten oder es kommt zu Blutungen in die Haut (punktförmige dunkelrote Flecken). Sehr viele Medikamente können die Wirkung von blutgerinnungshemmenden Arzneimitteln verstärken oder vermindern.

Als A. oder "Kontrazeptivum" bezeichnet man eine empfängnisverhütende Maßnahme. Es gibt natürliche (z. B. Temperaturmethode), mechanische, für die örtliche Anwendung, (z. B. Spirale, Kondom) und chemische (z. B. die sog. "Antibabypille") Methoden. Letztere werden am häufigsten gemeint, wenn man von einem A. spricht. Die "Pille" enthält Hormon(e), welche den normalen Eisprung und somit die Befruchtung und Schwangerschaft verhindern. Weiterhin gibt es auch die Möglichkeit, empfängnisverhütende Medikamente als Spritze zu verabreichen, die dann für ca. 3 Monate wirken.

A. ist die angeborene oder erworbene Schwäche des Immun bzw. körpereigenen Abwehrsystems. Je nach Art und Ausmaß erkrankt man häufig an Infektionen, die dann auch sehr schlecht ausheilen.

A. bedeutet "gegen den Kern gerichtet" und wird häufig gebraucht als "antinukleäre Faktoren". Gemeint sind Antikörper ("Abwehrstoffe") gegen Teile von körpereigenen Zellkernen. D. h. der Körper bildet Abwehrstoffe gegen bestimmte Teile von sich selbst. Hierdurch kommt es zu Entzündungen und Schädigungen der betroffenen Organe. Antinukleäre Faktoren können vorkommen z. B. bei lupoider Hepatitis, rheuma(-toider Arthritis), Panarteriitis nodosa oder Myositis.

Ein A. ist ein entzündungshemmendes Medikament. Man unterscheidet hierbei einerseits Medikamente, die neben anderen Wirkungen auch eine entzündungshemmende haben: z. B. Corticoide und nichtsteroidale Antirheumatika. Andererseits gibt es Arzneimittel, deren Hauptwirkung die Entzündungshemmung ist: z. B. Dimethylsulfoxid (DMSO), Bromelain, Arnika oder Kamillenextrakt.

Unter A. versteht man ein fiebersenkendes Medikament. Arzneimittel, welche ausschließlich Fieber senken, gibt es (noch) nicht. Fiebersenkung oder auch "Antipyrese" ist im wesentlichen eine der Wirkungen von einem nichtsteroidalen Antirheumatika, bzw. Analgetikum.

A. ist ein Arzneimittel gegen Rheuma. Häufig wird dieser Begriff verwendet für die Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika. Diese wirken gegen die rheumatischen Hauptsymptome Schmerzen und Entzündung, zusätzlich meist aber auch gegen Fieber. Streng genommen gehören zu den A. aber auch noch v. a. Corticoide und sog. "Basistherapeutika", neuerdings auch bezeichnet als "Disease modifying agents" (zu deutsch etwa "Die Krankheit verändernde Medikamente"). Diese Arzneimittel scheinen nicht wie erstgenannte die rheumatischen Symptome zu bessern, sondern in erster Linie den Krankheitsprozeß selbst aufzuhalten oder zu verlangsamen. Die Wirkungsweise ist oft jedoch nicht genau bekannt. Hierzu gehören v. a. Methotrexat, Penicillamin, Gold, Chloroquin und Resochin.

A. ist ein äußerlich aufgetragenes Medikament, um Wunden keimfrei zu machen, d. h. Wund infektionen zu verhindern. Ein A. tötet v. a. Bakterien ab (bakterizid).

A. bedeutet die Wirkung eines Antiseptikums, d. h. Wunden keimfrei machen.

A. ist eine Substanz, die man im Labor einsetzt für Untersuchungen der Blutgerinnung und deren Störungen.

A.S. sind gegen die Schilddrüse, bzw. die Schilddrüsenfunktion gerichtet. Im wesentlichen versteht man unter a. S. sog. Thyreostatika, also Medikamente, die man bei einer Überfunktion der Schilddrüse einsetzt. Dadurch wird deren Tätigkeit gebremst.

A. ist eine fehlende bzw. minimale Harnausscheidung (weniger als 100 ml innerhalb von 24 Stunden). Ursachen sind entweder ein schwerer Schock, ernsthafte Störungen der Nieren oder ein Verschluß der Harnröhre (Urethra). Es kommt dabei v. a. zu Übelkeit, Erbrechen, Bluthochdruck, urinähnlichem Geruch an Haut und Mund, Ödemen und Abgeschlagenheit.

Unter A. versteht man eine Verengung der Hauptschlagader (Aorta). Die Aorta entspringt direkt der linken Herzkammer und führt alles Blut für die Versorgung des gesamten Körpers. Sie kann an mehreren Stellen verengt sein, meist ist jedoch ihr Anfangsteil betroffen und zwar im Bereich der Herzklappe. Man spricht dann auch etwas genauer von Aortenklappenstenose. Häufige Ursachen sind Bluthochdruck (Hypertonie) und Entzündungen im Herzbereich. Eine A. macht lange Zeit keine Beschwerden. Erst nach mehreren Jahren kommt es v. a. zu Schwindel, Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) und schneller Ermüdbarkeit.

Die Ursache einer A. oder "Sprachstörung" liegt nicht in einer Erkrankung des Kehlkopfes, sondern in einer Störung der Sprach bzw. Wortbildung im Gehirn. Oft ist dabei das Sprachzentrum selbst betroffen (z. B. durch einen Schlaganfall).

Aplastisch bedeutet "nicht bildend" oder "nicht gebildet" und wird häufig gebraucht im Zusammenhang mit Anämie. Eine a. A. ist eine Blutarmut, bedingt durch eine Störung der Blutbildung v. a. im Knochenmark. Sie kann angeboren sein oder wie in den meisten Fällen durch manche Medikamente oder chemische Schadstoffe hervorgerufen werden.

Eine A. ist die Stelle des Körpers, auf die man ein Medikament aufträgt.

A. ist ein Hilfsmittel, das man verwendet, um Arzneimittel besser bzw. einfacher aufbringen bzw. anwenden zu können.

Eine A. ist ein Blutgefäß, welches das Blut vom Herzen wegtransportiert. Mit Ausnahme von der Lunge (da ist es umgekehrt), ist dieses Blut sauerstoffreich, man sagt fälschlicherweise auch "frisch". Es wird in den Körper gepumpt, um diesen v. a. mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen.

A. ist eine langsam, d. h. über Jahre laufende Verhärtung und Verengung von Arterien. Oft spricht man auch von Atherosklerose oder Arteriosklerose. Die sog. A. ist ein normaler Alterungsprozeß, der jedoch wesentlich schneller verläuft und früher einsetzt, wenn bestimmte Risikofaktoren vorliegen (z. B. Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung, Rauchen etc.). Durch die Verengung von Arterien kann weniger Blut hindurch fließen und es kommt zu bestimmten Ausfallerscheinungen der betroffenen Organe (z. B. Schwindel, Beinschmerzen, Angina pectoris etc.).

A. ist eine allgemeine Bezeichnung für Schmerzen in Gelenken.

Arthritis ist die Entzündung eines oder mehrerer Gelenke. Die Ursachen können sehr verschieden sein (häufig z. B. im Verlauf von Rheuma). Eine Ursache kann erhöhte Harnsäure im Blut sein, man spricht dann auch von Hyperurikämie oder Gicht, eine meist erbliche Stoffwechselkrankheit. Die Harnsäure kann sich bei diesen Patienten im Körper ablagern, u. a. in Adern, Nieren und v. a. Gelenken. In letzerem Fall entzünden sich die Gelenke mit Rötung und starken Schmerzen. Man spricht dann von einer Arthritis urica oder einem Gichtanfall.

A. ist der Oberbegriff für Gelenkerkrankungen. Man teilt sie im wesentlichen ein in entzündliche und die häufiger vorkommenden nichtentzündlichen. Die Ursachen sind sehr mannigfaltig (z. B. Abnutzung, Fehlhaltung, Rheuma, Gicht usw.).

Eine A. ist die Abnutzungserscheinung von Gelenken, die im Rahmen des normalen Alterungsprozesses stattfindet. Sie kann sich auch früher oder schneller entwickeln. Ursache ist allgemein ein Mißverhältnis zwischen Beanspruchung und Belastungsfähigkeit von Gelenken. Betroffen sind v. a. der an der Gelenkfläche befindliche Knorpel. Bei A. bilden sich der Knorpel und die Gelenkhaut zurück und es kommt zu Schmerzen. Auslöser von A. gibt es zahlreiche, wie z. B. Schwerarbeit, Leistungssport, hohes Körpergewicht, Rheuma, Gelenkentzündungen, Gicht, angeborene Fehlstellungen, z. B. der Hüfte (unterschiedliche Beinlängen etc.) usw.

Artikulation heißt eigentlich (Gelenk)Verbindung, aber auch das Bilden von Sprachlauten durch Kehlkopf, Mund und Zunge (häufigste Verwendung). Bei Fehlbildungen oder Erkrankungen des Nasen Rachenraumes kann es zu Störungen der Lautbildung und somit der Sprache kommen, man spricht dann von Artikulationsstörungen.

Unter A. versteht man einen Hautausschlag (Exanthem), der als Unverträglichkeitsreaktion (allergische Reaktion) nach Verwendung von Arzneimitteln auftritt. Innerhalb von wenigen Tagen nach Beginn der Anwendung eines Medikamentes kommt es an einer oder mehreren Stellen der Haut zu scharf begrenzten roten Flecken, die häufig auch jucken. Im weiteren Verlauf werden sie bläulich braun bis grau. Ursache ist eine Überempfindlichkeit gegenüber einer bestimmten Substanz in einem Medikament. Das muß nicht unbedingt gegen den Wirkstoff sein, sondern kann sich auch auf einen Hilfsstoff, d. h. einen der anderen Inhaltsstoffe beziehen.

A. oder "keimfrei" wird häufig gebraucht in Zusammenhang mit Kautelen (Vorsichtsmaßnahmen zur Keimfreiheit) und bei Entzündungen (ohne Beteiligung von Krankheitserregern). Eine aseptische Meningitis ist beispielsweise eine Hirnhautentzündung, die nicht durch Krankheitserreger ausgelöst wurde.

A. ist ein Atemstillstand infolge eines Herz-Kreislaufversagens, einer Atemwegsobstruktion oder Atemlähmung. Es kommt dabei v. a. zu Zyanose und Bewußtlosigkeit.

A. oder "ansaugen" wird verwendet, z. B. wenn man bei einer Blutabnahme den Kolben der Spritze zurückzieht. Bei der Atmung spricht man von Aspiration, wenn z. B. Gase, Mageninhalt (Erbrechen bei Bewußtlosigkeit) oder Fremdkörper "eingeatmet" werden, bzw. in die Luftwege gelangen.

A. ist eine anfallsweise Atemnot durch Verengung der Bronchien. In den meisten Fällen ist A.allergisch bedingt, kann aber auch durch Infektionen oder körperliche Anstrengung hervorgerufen werden. Im wesentlichen kommt es dabei zu Husten und Atemnot.

A. oder Asthmaähnlich wird häufig gebraucht in Zusammenhang mit Bronchitis. Unter einer a.en Bronchitis versteht man eine Entzündung der Bronchien mit asthmaähnlichen Symptomen und Lungengeräuschen.

A. bedeutet Herzstillstand, also fehlender Herzschlag.

A. ist eine Ansammlung von Flüssigkeit im Bauchraum. Die Ursachen hierfür können sehr vielfältig sein, z. B. Bauchfellentzündung, Bluthochdruck, Leberzirrhose, Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz), Krebs oder auch Unfälle. Neben den Beschwerden durch die auslösende Erkrankung selbst bemerkt man beim A. im wesentlichen eine i.d. R. langsame (über Wochen bis Monate) Zunahme des Bauchumfanges.

Unter A. versteht man eine Störung von Bewegungsabläufen. Einfache Bewegungen können nicht mehr koordiniert durchgeführt werden. Eine A. kann bedingt sein durch Erkrankungen von Gehirn, Rückenmark, Nerven oder Gleichgewichtsorgan.

Die Atmungstätigkeit wird durch das sog. Atemzentrum im Gehirn gesteuert. Dieses wiederum reagiert auf Veränderungen des Gehaltes an Sauerstoff und Kohlendioxid im Blut. Die Ansprechbarkeit des Atemzentrums kann vermindert werden v. a. durch Verletzungen oder Erkrankungen des Gehirns und durch manche Medikamente. In diesem Fall atmet man seltener und weniger tief, man spricht von einer Atemdepression.

A. ist eine Störung der Atmung in der Lunge. Diese Störung kann obstruktiv (Obstruktion) sein, d. h. die Luftwege, also v. a. Luftröhre oder Bronchien (z. B. bei Asthma) sind verengt. Sie kann aber auch restriktiv sein, d. h. es ist zuwenig funktionsfähiges Lungengewebe vorhanden (z. B. bei Lungenentzündung, Lungenfibrose oder einem Lungen emphysem).

A. ist ein vollkommener Ausfall der Atmung. Ursachen können u. a. sein: Schädigung des Atemzentrums im Gehirn, z. B. bei Vergiftungen, Verletzungen von Brustkorb und Lunge (Unfall) oder auch das "Einatmen" eines Gegenstandes, der die Luftwege verstopft.

A. bedeutet eine Verengung der Atemwege. Sie kann v. a. bedingt sein durch eine Verengung der Bronchien im Rahmen einer bronchospastischen Reaktion (Bronchialverkrampfung). Andere Ursachen können sein: ein "eingeatmeter" Gegenstand oder auch ein Tumor. Bei einer A. entwickelt man mehr oder weniger schnell Atemnot, Verminderung der Leistungsfähigkeit, Abgeschlagenheit und bläuliche Verfärbung v. a. der Lippen.

A. ist der Widerstand, der beim Atmen von der Luft überwunden werden muß. Man kann ihn messen mit der sog. Ganzkörperplethysmographie. Er ist erhöht bei einer Atemwegsobstruktion.

Dazu gehören sehr viele verschiedenartige Öle, die alle aus Pflanzen herstellt werden. Sie verdunsten schnell und haben jeweils einen ganz charakteristischen Geruch. In Medikamenten werden sie angewendet u. a. bei Rheuma (z. B. Arnika, Rosmarin, Lavendel), Husten, (z. B. Anis, Eukalyptus) oder als Antiseptikum (z. B. Eukalyptus, Myrrhe oder Senföle). Sie werden aber auch in der Parfümerie und als Gewürze verwendet.

Der Begriff A. wird häufig gleich bedeutend verwendet für Arterienverkalkung.

Atemdepression

A. bedeutet "zwischen Herzvorhof und -kammer" gelegen und wird häufig verwendet in Zusammenhang mit Überleitungsstörung oder Block (AV-Block).

Rückbildung ("Schrumpfung") eines Organes oder Gewebes. Atrophieren kann im Prinzip jedes Organ oder Gewebe. Als Ursache kommen z. B. in Betracht: verminderte Durchblutung, mangelnde Ernährung oder ständiger Druck (z. B. auf die Haut).

A. ist das Abweichen vom Typischen oder Normalen, nicht normal, verändert.

A. ist der Druck, der im Auge, d. h. hinter der Hornhaut, also in der sog. Augenkammer besteht. Er wird durch das sich dort befindliche Kammerwasser gebildet. Er kann durch Medikamente beeinflußt werden, v. a. durch solche, welche die Pupillen erweitern (da das Kammerwasser dann schlechter abfließen kann). Ist der A. erhöht, spricht man von einem Glaukom.

Man kann viele Stoffe in verschiedenen Flüssigkeiten (auf)lösen, (z. B. Seife in Wasser). Die Umkehrung davon nennt man A.. Es werden also in Flüssigkeit gelöste Substanzen aus der Lösung herausgeholt, indem sie einen Niederschlag bilden, also fest werden.

A. bedeutet "gegen den eigenen Körper gerichtet" und wird meist verwendet als Autoimmunerkrankung. Der Körper bildet Abwehrstoffe (Antikörper) gegen sich selbst, bzw. gegen bestimmte Organe, die daraufhin erkranken. U. a. bei folgenden Krankheiten können Autoimmunerkrankungen eine wesentliche Rolle spielen: Myasthenia gravis, Lupus erythematodes, Sjögren-Syndrom, Polymyositis, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Multiple Sklerose usw.

A. ist die Selbstvergiftung des Körpers durch Stoffe, die im Körper selbst entstehen, weil sie z. B. bei verminderter Funktion von Leber oder Niere nicht genügend ausgeschieden werden können. Ein Beispiel ist die A. mit Harnsäure bei Gicht.

AV-B. ist eine krankhafte Verminderung der elektrischen Erregungsüberleitung von Herzvorhof auf Herzkammer (s. a. atrioventrikulär). Die Erregung des Herzens für einen Pumpvorgang geht vom Vorhof aus und breitet sich über den atrioventrikulären Knoten auf die Herzkammern aus. Wenn diese Überleitung ganz oder teilweise gestört ist, spricht man von einer atrioventrikulären Überleitungsstörung oder einem AV-Block. Diesen teilt man in 3 Grade ein: AV-Block 1. Grades: Alle Erregungen werden übergeleitet, allerdings langsamer; AV-Block 2. Grades: Nicht alle Erregungen werden übergeleitet; AV-Block 3. Grades: Es werden keine Erregungen mehr übergeleitet, die Herzkammer muß sich ihren eigenen Rhythmus schaffen. Verständlicherweise kann ein AV-Block dazu führen, daß das Herz langsamer schlägt und zum Stolpern neigt (Rhythmusstörungen). Dadurch kann es zu Schwindel und verminderter Belastbarkeit kommen. Manche Medikamente können derartige Überleitungsstörungen weiter verstärken (z. B. Beta-Rezeptorenblocker oder Calciumantagonisten).

A. ist ein Arzneimittel, das immunsuppressiv (Immunsuppression) und entzündungshemmend wirkt. Es wird vor allem zur Verminderung der Bildung von Antikörpern eingesetzt, also nach Transplantation von Organen und bei Autoimmunerkrankungen (autoimmun).

A. ist eine "Übersäuerung des Blutes" bzw. Störung des sog. Säure-Basen-Haushaltes. Das Blut benötigt für alle wichtigen Funktionen einen bestimmten Säurewert oder pH-Wert. Dieser kann durch viele Faktoren beeinflußt werden, z. B. durch die Atmung oder den Stoffwechsel. Darüber hinaus verfügt das Blut noch über eigene Systeme, um diesen Wert möglichst gleich (pH 7,4) zu halten. Sinkt dieser Wert ab, ist also das Blut zu sauer, spricht man von einer Azidose. Sie kann u. a. verursacht werden durch Lungenerkrankungen, Atemdepression, Diabetes mellitus, Nierenerkrankungen oder durch eine ausgeprägte Durchfallerkrankung.

A. ist eine Vermehrung von stickstoffhaltigen Verbindungen aus dem Eiweiß-Stoffwechsel (Eiweißabbau) im Blut. Ursachen sind im wesentlichen entweder ein gestörter Eiweiß-Stoffwechsel (z. B. bei Morbus Cushing) oder schwere Erkrankungen der Nieren.

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